Petra Mattheis bei ihrer Ausstellung im Museum der Bildenden Künste Leipzig 2017

Foto: regentaucher.com

Dienstag, Februar 19, 2019 - 19:00

Shark Weeks - Become a Menstruator

Atelier Frankfurt e.V.
Schwedlerstraße 1
60314 Frankfurt am Main

Menstruation ist etwas Alltägliches in unserem Leben. Dennoch ist sie bis heute in fast allen Kulturen immer noch ein Tabuthema und wird meist negativ dargestellt oder ignoriert. Die Künstlerin Petra Mattheis fügt dem Thema hingegen positive Bilder und Worte hinzu. Sie plädiert dafür, den Körper in allen seinen natürlichen Prozessen anzunehmen und auch die öffentliche Wahrnehmung zu verändern. 2013 startete sie ihr künstlerisches Projekt „Become a Menstruator”, kurz BAM. Mattheis entwickelte aus ihren Recherchen zum monatlichen Blut Text- und Bildmotive. Auf der Projekt-Webseite www.becomeamenstruator.org lassen sich unter anderem in Do-it-Yourself-Methode Vorlagen für Stempel ausdrucken und nachbauen. Ihr Manifest „28 Days to overcome menstrual taboo“ wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Bei ihrem Königinnenweg berichtet Petra Mattheis von ihrem Langzeitprojekt und der Verbindung von Kunst und Aktivismus. Dabei sind auch einige ihrer Werke, Hochdrucke aus der BAM Print Serie, zu sehen.

Die Ausstellung kann bis Sonntag, 24. Februar 2019, besichtigt werden.

Petra Mattheis wurde in Nordrhein-Westfalen geboren, menstruiert seit 1978 und lebt in Leipzig. Sie studierte Freie Bildende Kunst an der Akademie für Bildende Künste in Mainz und machte ihren Meisterschülerinnenabschluss an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Die Serie BAM Prints besteht aus je einem Hochdruckmotiv für jedes ihrer fruchtbaren Jahre, die Auflagenhöhe entspricht den Perioden des jeweiligen Jahres. Es ist mittlerweile eine Serie von 41 Motiven, das sind umgerechnet 5,5 Jahre tägliches Bluten.

Im Körper dieser Baby Dolls befindet sich ein Audiomodul, das ein Fragment der Biografie einer drogenabhängigen Frau hören lässt.

Foto: Lies de Wolf

Dienstag, März 19, 2019 - 19:00

THIS BABY DOLL WILL BE A JUNKIE - Kunst und Forschung: Projektbericht über Abhängigkeiten und Gewalträume

Evangelische Akademie Frankfurt
Römerberg 9
60311 Frankfurt am Main

Der Anteil der Frauen an der Gesamtzahl der Drogenabhängigen in den verschiedenen europäischen Ländern liegt zwischen 4 und 14 Prozent. Juristisch und gesellschaftlich gilt er als unerheblich und als ein „vernachlässigbares Phänomen“. In Frauengefängnissen werden circa 65 Prozent der inhaftierten Frauen als drogenabhängig registriert. Seit 1997 realisiert Ulrike Möntmann mit PartnerInnen aus Kunst, Wissenschaft und Politik mehrjährige Kunstprojekte mit weiblichen Junkies in verschiedenen west- und osteuropäischen Gefängnissen und Therapie-Einrichtungen. Ihre künstlerische Praxis verbindet sich mit Forschung und geht den komplexen Fragen nach, die sich während der Zusammenarbeit mit den betroffenen Frauen, den BetreuerInnen und Verantwortlichen in den Institutionen und bei dem interdisziplinären Austausch mit ExpertInnen der Humanwissenschaften gestellt haben. Ulrike Möntmanns Buch versammelt und ordnet das vielfältige Material, berichtet von Lebensläufen sowie von Ausstellungen in Kunst- und Kulturräumen und Interventionen im öffentlichen Raum.

Ulrike Möntmann und Antje Langer diskutieren an diesem Abend über die Arbeit mit drogenabhängigen Frauen, über künstlerische Forschung und zeigen Bilder aus der Projektarbeit.

Die Publikation zu diesem Projekt wurde 2018 von maecenia unterstützt. Dieser Abend ist eine Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt.

Ulrike Möntmann studierte visuelle Kommunikation in Bielefeld und Design und Skulptur in Amsterdam. Neben Lehrtätigkeiten an verschiedenen Kunsthochschulen in den Niederlanden ist sie regelmäßig Gastdozentin unter anderem in Wien, Zürich und Siegen. Sie lebt und arbeitet in Amsterdam.

Prof. Dr. Antje Langer ist Professorin für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Geschlechterforschung am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Paderborn. Sie verfasste das Buch „Klandestine Welten. Mit Goffman auf dem Drogenstrich“, Frankfurt am Main 2003.

Foto: Enrico Marinelli

Mittwoch, April 10, 2019 - 19:00

Die GELD-Pilgerreise (Nachholtermin vom 14.11.2018)

GLS-Bank
Mainzer Landstraße 47
60329 Frankfurt am Main

Acht Wochen lang war die Künstlerin Anna Poetter, teilweise begleitet vom Schweizer Filmemacher Heinz Gubler, als Geld-Pilgerin von Zürich über viele Stationen nach Frankfurt unterwegs. Gereist ist sie per pedes und per Anhalter, mit dem Zug, dem Frachtschiff und dem Geldtransporter sowie mit der Zollinspektion Lindau. Geschlafen hat sie im Zelt, im Tresorraum, im Brenners Park Hotel in Baden-Baden und in einer Flüchtlingsunterkunft. Ihre Dauerperformance mit Pilgermantel und Handwagen galt dem Phänomen des Geldes und ist der dritte Teil der Trilogie „Ofrenda“, in der sich Poetter mit der Bedeutung von „Opfer“ in unserer Gesellschaft befasst. In diesem abschließenden Projekt geht es um das „Allerheiligste“: Geld. Neben vielen Interviews mit ExpertInnen aus der Finanz- und Wirtschaftswelt waren ihr dabei die Momente spontaner Interaktionen mit Menschen wichtig. Zwischen den Filmausschnitten wird Anna Poetter von ihren Erlebnissen und Erkenntnissen berichten, und die Zuhörer sind eingeladen, mit ihr in Dialog zu treten.

Die GELD-Pilgerreise wurde 2014 von maecenia gefördert, ebenso die Ausstellung „Brot und Spiele # Church of Money“ im Oktober 2017 im House of Finance an der Goethe-Universität.

Dieser Abend ist eine Kooperation mit der GLS-Bank.

Um Anmeldung wird gebeten bei www.gls.de unter Aktuelles – Alle Termine – Veranstaltungsort Frankfurt.

Anna Poetters Arbeiten sind multimedial und installativ. Die ausgebildete Schauspielerin, die seit 2015 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg studiert, inszeniert Performances mit theatralen Elementen und raumspezifische Installationen mit Objekten und zeitbasierten Medien. Seit 2015 studiert sie Bildhauerei bei Prof. Ottmar Hörl an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und erhielt 2018 den Meisterschülerin-Titel.

Heinz Gubler ist nach seiner Theaterregieausbildung in London als Regisseur und Lehrbeauftragter für Theater und Film tätig. Neben Theaterstationen in London und der Schweiz führten ihn Aufträge auch nach Frankfurt an das Schauspiel Frankfurt und die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. In Zürich leitet er mit „Gubcompany“ ein eigenes Theater und engagiert sich darüber hinaus in vielen freien multimedialen Projekten. So dokumentierte er auch Anna Poetters Pilgerreise mit seiner Kamera.