Hinweis:
Der Bewerbungsschluss für eine Projektförderung im Jahr 2021 war der 1. Februar 2021. Zu den neuen Förderbedingungen beachten Sie bitte die Informationen auf der Seite "Förderantrag stellen".

 

maecenia fördert 2021 dreizehn Projekte von Frauen, die sich mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen wie der zunehmenden Digitalisierung, dem Umgang mit Diversität oder dem Wandel der Lebenswelt befassen.

 

 

Projects

Installation view

Between Lived Experiences – Virtual Reality Installation

Antragstellerin:  Clara Sukyoung Jo, Berlin
Art des Projektes:  Virtual Reality Installation
Fördersumme:  8.000 Euro

"Between Lived Experience" ist ein interdisziplinäres, forschungsbasiertes Projekt, das Erinnerung, Empathie und Verkörperung durch virtuelle Realität (VR) im klinischen Kontext erforscht. In Zusammenarbeit mit Psychologen und Akademikern am King's College London werden in diesem Projekt VR-Schnittstellen entwickelt, die sensorische und wahrnehmungsbezogene Verschiebungen bei Personen mit Erkrankungen wie Autismus, Essstörungen und insbesondere Schizophrenie erforschen.

Das innovative Potenzial von VR für die Erforschung, Beurteilung und Behandlung psychischer Erkrankungen liegt darin, dass sie Lebenserfahrungen in Echtzeit in eine Laborumgebung bringt. In Bezug auf die Behandlung ermöglicht VR den Klinikern, den Patienten zu helfen, ihre Emotionen, Kognitionen und Verhaltensweisen in Echtzeit und in einer kontrollierten Umgebung zu beobachten und zu verändern.

Between Lived Experiences – Virtual Reality Installation

Performance view

Muskel mit drei Frauen

Antragstellerin:  Caroline Creutzburg, Offenbach
Art des Projektes:  Digital Media Performance
Fördersumme:  7.000 Euro

"Muskeln mit drei Frauen" ist ein Projekt, das mit digitalen Darsteller:innen umgesetzt wird. Die computergenerierten Akteur:innen siedeln sich in einem digital-hybriden Bühnenraum an. Als Zuschauer:in steht man, begleitend zum Narrativ eines dreiköpfigen Frauenportraits, mit den digitalen Spieler:innen interaktiv in Beziehung.

Die digitalen Performer:innen werden als bildnerisches und choreographisches Forschungstool für die Entwicklung dreier Frauen-Charaktere genutzt: eine Monsterin, eine Heldin und eine Komikerin. Die drei Figuren transportieren verschiedene sich überlappende Genrekonventionen wie Horror, Held:innenepos, Drama, Action, Science Fiction, Satire und Komödie. Doch, während diese Genres von männlichen Figurenreproduktionen übervölkert sind, sind die weiblichen Versionen sparsam gesät. In 'Zusammenarbeit' mit den digitalen Performer:innen und mittels der verschiedenen Arten der narrativen Konstruktion, auf die die Figuren der Monsterin, Heldin und Komikerin verweisen, soll das Verhältnis von Theatralität, Körper und Subjektivität und verschiedene Bezüge zur Welt entworfen werden.

Fotografie: Jule Sievert

Karagörlz - Leaving Earth But Holding on To Humanity

Antragstellerin:  Neslihan Arol, Berlin
Art des Projektes:  Theater
Fördersumme:  6.000 Euro

Wie sähe die Tradition aus, die wir als lustige Frauen* in 600 Jahren mit auf den neuen Planeten nehmen wollen, wenn die Menschen die Erde wegen Unbewohnbarkeitverlassen müssen? Das Publikum ist Teil des „Kongresses zur Entscheidungüber die Löschung oder Erhaltung des performativen immateriellen Kulturerbes der Erde“ und soll abstimmen. Es geht um DIE Kultikonen schlechthin: Karagörlz, die im Jahre 2021 aus Lockdown-Langeweilewitz und zum Selbstempowern entstanden sind. Dieser Kult bestimmt Kunst und Kultur seitdem und flammt immer wieder auf. Karagörlz stehen für historische Erzählungen und Traditionen, mit denen Frauen* sich verbunden fühlen, um ihre Zukunft bewusst gestalten zu können. Bewahren oder löschen?

In Between

Antragstellerin:  Saralisa Volm, Berlin
Art des Projektes:  Dokumentarfilm
Fördersumme:  6.000 Euro

"In Between" ist ein Film, der sich mit drei Frauen auf eine aufregende dokumentarische Reise durch ihre ungewöhnliche Lebensrealität begibt. Die Frauen verbindet, dass sie ihren Beruf und ihre Passion parallel jeweils auf zwei Kontinenten und in völlig unterschiedlichen Kulturkreisen ausüben und dabei scheinbar unüberwindliche Gegensätze zu verbinden lernen. Die drei Frauen verstehen sich dabei nicht als Weltverbesserinnen, aber wir können viel von ihnen lernen. Sophie Tegetthoff arbeitet als Ärztin in Wien und in Namatete in Malawi. Aino Laberenz arbeitet als Kuratorin im Operndorf in Burkina Faso und in Berlin. Anna Heringer arbeitet als Architektin in ganz Europa und in Bangladesch.

Poison Film Berlin - "In Between"

 

One Way Ticket- 4 Frauen auf der Suche nach Zugehörigkeit

Antragstellerin:  Merve Cagla Dincer, Berlin
Art des Projektes:  Dokumentarfilm
Fördersumme:  6.000 Euro

 

„One Way Ticket“ beschreibt das Leben von 4 Frauen aus Syrien, Iran, Irak und Chile, die gedrängt von politischen Konflikten, ökonomischer Unsicherheit und Mangel an sozialen Rechten, ihre Heimat verlassen haben. In dem 90-minütigen Dokumentarfilm werden ihre Geschichten von einer ebenso, und doch ganz anders, heimatlosen Frau erzählt. Einer obdachlosen Berlinerin, die nach Parallelen zwischen ihrem eigenen Leben und dem der anderen vier sucht.

Der Film geht auf die Suche nach dem Gefühl von Zugehörigkeit in der modernen Gesellschaft und wie viel geschehen muss um seine Heimat zu verlassen. Was brauchen wir, um uns an einem neuen Ort heimisch zu fühlen? Und, ist diese Erde überhaupt unsere Heimat?

Merve Cagla Dincer

„Tänzerin“ genannt „La Parisienne“, Freskofragment aus Knossos 1500-1450 v. Chr, Heraklion, Museum.“

„Literarische Aufzeichnungen aus dem Paradies“- Eine geteilte Vergangenheit, ein geteilter Körper

Antragstellerin:  Anna Gien, Berlin
Art des Projektes:  Eine literarisches Projekt
Fördersumme:  5.000 Euro

 

„Aufzeichnungen aus dem Paradies“ ist ein literarisches Projekt der Schriftstellerin Anna Gien, das sich mit der Erfahrung der Fremdheit des Eigenen, dem weiblichen, schreibenden Körper und dem Denken der Differenz befasst. Der Text entsteht im Dialog mit Sexarbeiter*innen und Frauen, die Erfahrungen sexueller Dienstbarmachung teilen.

So entsteht eine literarische Arbeit über das weibliche Schreiben, über geteilte körperliche Erfahrung. Der Text entsteht in Auseinandersetzung mit dem Tagebuch als literarischer Form und erkundet Möglichkeiten eines Schreibens der Vielstimmigkeit.

Fotos: Noel Tovia Matoff

Frauen in der Mathematik. Portraits aus Europa und der Welt

Antragstellerin:  Noel Matoff, Berlin
Art des Projektes:  Internationale Foto-Ausstellung
Fördersumme:  5.000 Euro

 

In der Fotoausstellung Frauen in der Mathematik werden zwanzig Mathematikerinnen weltweit portraitiert und interviewt, als weibliche Vorbilder (role models) für eine moderne und kreative Mathematik. Die Ausstellung soll den Blick auf Frauen in der Mathematik lenken, die noch immer eine Männerdomäne ist. Die Portraits und Interviews mit hoch qualifizierten Mathematikerinnen eröffnen einen neuen, ungewöhnlichen Blick auf das Fach. Ein breiteres, insbesondere weibliches Publikum soll mit der Mathematik vertrauter gemacht und zur Nachahmung angeregt werden.

Seit der ersten Ausstellung 2016, ist sie an über 100 Orten weltweit an Universitäten, Forschungsinstituten, Schulen und kulturellen Zentren gezeigt worden und es geht weiter…

maecenia förderte dieses Stipendium bereits 2016.             

Noel Tovia Matoff

Photo: Katarina Dubno / IFTF 2020

"WAX-en" von Laia Ribera Canenguez & Rafi Martin - IFTF (2020). Foto: Katherina Dubno

Internationales Frauen*Theater-Festival Frankfurt

Antragstellerin:  Barbara Luci Carvalho, Frankfurt
Art des Projektes:  Theaterfestival
Fördersumme:  5.000 Euro

 

Zum fünften Mal zeigen im Herbst 2021 (13. – 19.09.2021) Theatermacher*innen beim Internationalen Frauen*Theater-Festival in Frankfurt am Main ihre Sicht auf die Welt. Diesjähriges Thema ist "Womxn Performing Selves" welches in Site-Specific Walks im öffentlichen Raum, Podcasts, Live-Streams und Videos von Performances sowie Theateraufführungen und Online-Workshops Ausdruck findet.

Auf dem 5.000 qm großen Areal im Frankfurter Osten schafft der austragende Verein protagon – Freunde und Förderer freier Theateraktion e.V. - so ein feministisches Festivalformat in Frankfurt mit internationaler Strahlkraft. Es soll wieder sowohl den Charakter eines Festivals für ein interessiertes Publikum haben, als auch ein Symposium und Expert*innen-Treffen sein von lokalen und internationalen Künstler*innen, Choreograf*innen, Wissenschaftler*innen, Pädagog*innen und Unternehmen.

maecenia förderte dieses Stipendium bereits 2018.

Internationales Frauen*Theater-Festival Frankfurt

Fotografie: Lena Obst

FUCK MARY KILL – DIE KRONE DER SCHÖPFUNG

Antragstellerin:  Teresa Reiber, Berlin
Art des Projektes:  Oper
Fördersumme:  4.000 Euro

 

Frauen sind die Protagonistinnen aller großen Opernstoffe, jedoch ist der Handlungsspielraum für Frauen auf der Bühne und hinter der Bühne stark eingeengt – stereotype Rollen, eindimensionale Charaktere, Festlegungen auf Stimmfächer begrenzen jede Entwicklungsmöglichkeit für weibliche Opernfiguren. FUCK MARRY KILL – dem auf diese Formel verkürzten Schicksal der weiblichen Opernfigur – sagen wir den Kampf an und planen eine Opernrevolution von den Rändern her. Der erste Teil des gleichnamigen Opernzyklus heißt DIE KRONE DER SCHÖPFUNG und beginnt in den Wasserspeichern von Berlin-Prenzlauer Berg. Hier entsteht neues A-cappella-Musiktheater für 5 Sängerinnen. Begleitet wird die Musiktheaterproduktion von einer Panel-Diskussion zum Thema "Stimme. Körper. Macht.- Kollaborative Prozesse und feministische Perspektiven im zeitgenössischen Musik-Theater", mit Akteurinnen aus dem Bereich Musik, Darstellende Kunst und Wissenschaft.

Fotografie: Paola Wechs

Whose common spaces?! Feministische Perspektiven auf gemeinschaftlich genutzte (Stadt-) Räume

Antragstellerin:  Madara Möhlmann, Alessia Neumann und Paola Wechs, Offenbach
Art des Projektes:  Veranstaltungen / Netzwerkreihe
Fördersumme:  4.000 Euro

 

Derzeit sind wir mehr denn je gefordert, uns über ein Zusammensein (im öffentlichen Raum) Gedanken zu machen: Welche Räume lassen sich wie gemeinschaftlich nutzen, welche Formen kann ein Miteinander räumlich annehmen? Welche Rolle kann die feministische Aneignung und Mitgestaltung von öffentlichen Räumen auch mithilfe von künstlerischen Strategien dabei spielen? Wir treten in Austausch mit lokal arbeitenden Akteur:innen aus den Bereichen der bildenden und darstellenden Kunst, sowie aus den Bereichen Urbanismus, Stadtforschung und Geografie. So  entstehen im Rahmen von Whose common spaces ?! diskursive Austauschformate, die sich mit der Sichtbarmachung kontinuierlicher gesellschaftlicher Transfomationsprozesse beschäftigt.

'Showing am FrankfurtLAB, 2019' (c) Christian Schuller

Working Class Daughters – Buchpublikation zur Verknüpfung von Klasse, Geschlecht und Migration

Antragstellerin:  Karolina Dreit mit Kristina Dreit und Anna Trzpis-McLean, Berlin
Art des Projektes:  Buch
Fördersumme:  4.000 Euro

 

Die Publikation 'Working Class Daughters' versteht sich in der Tradition von Maxi Wanders 'Guten Morgen du Schöne' oder Erika Runges 'Bottroper Protokolle' und stellt die biographischen Erinnerungen und Erzählungen von Frauen* in den Vordergrund. Entgegen der verbreiteten Verknüpfung von Working Class mit weisser Männlichkeit soll hier eine feministische und intersektionale Perspektive auf Klasse sichtbar werden. In den persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen, die in Interviews festgehalten werden, kommt die Komplexität gesellschaftlicher Verhältnisse zur Sprache. Das vermeintlich Private und Individuelle wird politisch und zeigt die Vielfalt und Diversität gelebter Verhältnisse - und ermöglicht die Suche nach Gemeinsamkeiten und Solidarität.

Composer in Residence – Komponistinnen nach Frankfurt

Antragstellerin:  Archiv Frau und Musik / Elisabeth Treydte
Art des Projektes:  Internationales Arbeitsstipendium
Fördersumme:  2.000 Euro

 

Das internationale Arbeitsstipendium „Composer in Residence – Komponistinnen nach Frankfurt“ richtet sich an Komponistinnen aller Altersstufen und Nationalitäten. Es wird vom Archiv Frau und Musik in Kooperation mit dem Institut für zeitgenössische Musik (IzM) an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK) vergeben und will die Wahrnehmung von Komponistinnen in der Öffentlichkeit steigern. Der dreimonatige Aufenthalt in Frankfurt zielt auf eine Uraufführung eines oder mehrerer Werke der Stipendiatin, die sie zusammen mit Studierenden erarbeitet. Zudem finden Workshops und Werkstatt-Gespräche statt. Darüber hinaus ist eine Kooperation mit dem Schulprojekt „Response“ der HfMDK geplant, in dem Kinder und Jugendliche zeitgenössischer Musik begegnen und darauf mit eigenen Improvisationen und Kompositionen antworten.

maecenia förderte dieses Stipendium bereits 2009, 2011 und 2018.

Website:  Archiv Frau und Musik

Chloe Fairweather

Courage-Preis des jb (Journalistinnenbund)

Antragstellerin:  Dr. Sibylle Plogstedt, Rebecca Beerheide, Köln
Art des Projektes:  Preis für aktuelle, gendersensible Berichterstattung von Journalistinnen
Fördersumme:  1.600 Euro

Courage-Preis 2021 für Chloe Fairweather

Der Courage-Preis für aktuelle Berichterstattung geht an Chloe Fairweather für ihren Dokumentarfilm „Scheidung um jeden Preis – Türkische Frauen wehren sich“. Fünf Jahre lang hat die britische Regisseurin die türkische Anwältin Ipek Bozkurt begleitet. Zwei ihrer Mandantinnen wurden von ihren Ehemännern beinahe ermordet, als sie sich scheiden lassen wollten. Die Brutalität in privaten Beziehungen wird vor dem Hintergrund des Verlusts von immer mehr Frauen- und Bürgerrechten in der Türkei beleuchtet. Eine eindrückliche und erschütternde Dokumentation, die als Koproduktion von Arte, WDR (Redaktion Jutta Krug), Dying to Divorce Ltd. und Aldeles in Zusammenarbeit mit Freak Productions und Tigerlily Productions entstanden ist.

Courage-Preis 2021